Dienstag, 24. August 2010

Olympiastadion und Sommerpalast

Sonntag morgen um 10 Uhr ging es mit den Fahrraedern los, 45 Minuten durch Beijing bis wir beim Olympia Stadion ankamen. Wenn man ein paar Regeln beachtet, kann man in Beijing gut Fahrrad fahren. Selbst auf achtspurigen Highways sind 3-4 Meter breite Fahrradwege vorhanden, so dass man dort gut und sicher fahren kann.
Wir hatten mal wieder ein riesen Glueck mit dem Wetter: Blauer Himmel und Sonnenschein. Ausserdem einigermassen frische Luft, da es am Tag zuvor viel geregnet hatte.
Begeistert vom „Vogelnest“, dem grossen Stadion, in dem Usain Bolt mehrere Weltrekorde 2008 gebrochen hatte, beschlossen wir, uns das Werk auch von innen anzuschauen. Vorher durfte aber ein Erinnerungsfoto nicht fehlen und es passierte, wie mittlerweile so oft, folgendes:
Ich stelle mich vor die Sehenswuerdigkeit, damit ein Foto von mir gemacht werden kann. Chinesische Touristen bemerken uns und hopp! wird deren Kind zu einem gestossen mit dem Zeichen, dass sie ein Foto machen wollen und wieder hopp! bin ich in einem weiteren Familienalbum verewigt. Die folgenden zwei Fotos zeigen es sehr gut.



Anna alleine vorm Stadion, das Kind wird schon zu mir geschubst, ich sehe es noch gar nicht.



Und einmal laecheln!



Und dann wieder alleine :-)

Im Stadion haben wir uns dann an deren Groesse erfreut und uns an der allgemein bekannten „Bolt-Siegerpose“ versucht (klickt auf's Panorama-Foto drauf, um es groß zu sehen).



Weiter ging es ueber das Olympiagelaende zum Watercube. Diesen kann man entweder fuer 5 Euro besichtigen oder fuer 20 Euro den darin nun aufgebauten Wasserpark besuchen. Wir haben ihn uns nur von aussen angesehen, da der Sommerpalast ja auch noch auf dem Plan stand.



Die Fahrraeder gut angeschlossen ging es weiter mit der U-Bahn zum Sommerpalast. Warum U-Bahn? Allein zum Olympiastadion sind es 10 km von unseren Wohnungen und es waeren noch mal 10 km bis zum Sommerpalast gewesen. 20 km durchzuhalten haben wir den Fahrraedern zugetraut, 40 km dann doch nicht, da es schon olle Gurken sind :-)

Also, weiter mit der U-Bahn und rein ins Prachtwerk. Vor allem Baeume und ein grosser See sind hier zu sehen, sowie die alten Haeuser. Es war schon dort herumzulaufen und alles auf sich wirken zu lassen – wenigstens etwas weg von der Stadt und in der Ruhe…










Mitten zwischen den Haeusern fand ich eine Frau, die chinesische Namen malte. Da ich seit kurzem Besitzerin von Visitenkarten bin, auf denen mein Name in Deutsch und Chinesisch steht, habe ich einen chinesischen Namen. Drei Zeichen, deren Bedeutung Ke An Na lautet. Also Ke fuer Krahnstoever und dann An+Na= Anna logischerweise.

So haengt mein Name jetzt in meinem Zimmer. Hier seht ihr ihn.



Nach Besichtigung des Sommerpalastes ging es mit der U-Bahn zurueck zum Olympiastadion, um die Fahrraeder zu holen.

Von dort, es war mittlerweile 19 Uhr, fuehrte unser Weg zu einem Peking Enten-Restaurant. Ich finde sie lecker, aber Flugentenbrust hat einfach mehr Geschmack… Trotzdem ist deren Zubereitung herrlich: Zwei duenne Scheiben Peking Ente, getunkt in dicke Soya-Sauce, gelegt in einen salzigen kleinen Pfannkuchen mit Gurke, eingerollt und ab in den Mund…
Erschoepft, aber gluecklich und zufrieden war ich um 22 Uhr zu Hause.

So, das war’s jetzt erstmal wieder von mir aus dem grossen Land China.
Ich hoffe, ihr bekommt ein bisschen Sonnenschein ab..
Liebe Gruesse, eure Anna

Sonntag, 15. August 2010

Wandern und SCHLAFEN auf der chinesischen Mauer

Dieses Wochenende haben wir einen unglaublichen Ausflug gemacht: Wir waren auf der chinesischen Mauer, sind dort gewandert und haben dort übernachtet - einfach toll! Am Samstag ging es los mit 30 Praktikanten in einem Bus und einem chinesischen Fahrer, von dem wir dachten, dass er nach 48-stündiger vorheriger Ankündigung des Ziels sich vielleicht ungefähr den Weg zu unserem Mauerabschnitt angeschaut hätte. Nach zehn Telefonaten, zwei U-Turns und drei Halten in kleinen Dörfern in den Bergen, um nach dem Weg zu fragen, haben wir nach vier Stunden Fahrt unser Ziel erreicht.



Ein Mauerabschnitt, der der Öffentlichkeit nicht zugänglich, aber trotzdem restauriert ist. So waren außer uns nur drei andere Touristen auf dem gesamten Abschnitt der Mauer!
Um auf die Mauer hinaufzukommen, mussten wir einen Hügel an der Mauer entlang erklimmen und dann von dort per simpler, aber stabiler Leiter die Mauer erobern. Oben angekommen ging die Wanderung los.



Stralend blauer Himmel empfang uns, so dass wir eine fantastische Sicht hatte und gut wandern konnten. Das Gefühl, auf dieser riesen, großen, langen, weiten, unglaublich beeindruckenden Mauer langzuspazieren ist nicht in Worte zu fassen. Es war einach W U N D E R B A R!
Wir hatten teilweise sehr steile Mauerabschnitte, doch waren alle immer gut erklimmbar.



Bei weitem nicht der steilste Abschnitt, siehe nächstes Foto...



Der Turm, der ganz links oben auf dem folgenden Foto zu sehen ist, war unser Ziel.



Nach zwei Stunden Aufstieg hatten wir es geschafft, direkt zum Sonnenuntergang und der Ausblick war unglaublich. Ich befand mich mitten in den Bergen auf einem Turm der chinesischen Mauer bei klarem Sonnenuntergang - herrlich!


Die glückliche Anna direkt nach dem Aufstieg :-)

Auf dem Turm haben wir dann gemütlich gegrillt und den wunderbaren klaren Sternhimmel bewundert. Ich habe bis vor dem Einschlafen unter dem Sternenhimmel fünfzehn Sternschnuppen gesehen. Die Milchstraße war sehr gut erkennbar und die Sternen leuchtend hell. Ich habe noch nie so einen Sternenhimmel gesehen.
Ein kleiner Schreck wurde allen durch einen Skorpion versetzt, der auf einmal auf unserem Turm auftauchte. Es war nur ein kleiner Skorpion, trotzdem hatte keiner Lust gestochen zu werden... Letztendlich ist die Nacht aber gut verlaufen. Was will man mehr, wenn man mitten in den Bergen auf einem Turm der chinesischen Mauer liegt und in den wunderschönen Sternhimmel empor schaut?
Am Morgen sind wir dann mit der Sonne aufgestanden. Die Digicam hat ihr Bestes gegeben, um das schöne Licht einzufangen.



Danach begann dann der Abstieg zum Fahrer, der uns dieses Mal auf direktem Wege zurück gebracht hat.

Ich grüße euch alle ganz herzlich und bin begeistert von diesem Werk.
Alles Liebe, eure Anna

Sonntag, 8. August 2010

Long Qing - die Drachenschlucht

Hallo ihr Lieben!
Die Drachenschlucht haben wir letzten Sonntag besucht. Nach 3,5 Stunden Anfahrt mit Taxi, Fernbussen und Fahrern sind wir am Ziel angekommen. Erwartet haben uns schöne Natur und ein riesen Drache, der sich den Berg entlang schlängelte. Voller Erwartung, bereit zum Aufstieg gingen wir in das Maul vom Drachen hinein und fanden Rolltreppen vor!! Unglaubliche acht Rolltreppen später waren wir oben angekommen. Dort hatte man die Wahl zwischen Seilbahn oder einem Boot, welches einen tiefer in die Berge hineingefahren hat.







Wir entschieden uns für zweiteres und kamen bei Bungeejump-Möglichkeiten und Schluchtüberquerung zum Ziel. Hier konnte man durch die Berge etwas wandern (wirklich viele Wandermöglichkeiten gab es dort nicht) und die Schlucht von oben begutachten, was ich dann auch gleich am Stahlseilzug gemacht habe.



Auf jeden Fall ein Erlebnis wert und ein Genuss der frischen Luft wegen.
Hier noch ein Beispiel, das man wirklich immer aufpassen muss, für was die Chinesen Geld wollen. Hier geht es um einen guten Euro Eintritt, damit man 5 Meter weiter gehen darf und von dort die Schlucht begutachten kann...



Alles Liebe, eure Anna

Samstag, 7. August 2010

Mao-Mausoleum, Stadtplanungszentrum und Art District

Hallo ihr Lieben!
Als erstes eine kurze Anmerkung zu diesem Blog: Ich habe diesen Blog erstellt, um euch von meinen Eindrücken und Ausflügen zu erzählen. Ich werde hier nichts von meiner Arbeit erzählen und auch vorwiegend Bilder ohne Personen einstellen (manche mit mir, aber keine Gruppenfotos). Erzählungen vom Arbeiten erzähle ich euch gerne seperat per Mail oder wenn ich wieder da bin, möchte darüber hier aber nicht öffentlich im Internet reden.
Nur soviel lass gesagt sein: Ich hatte eine gute erste Arbeitswoche, habe tolle Kollegen und spannende Arbeit. Ich habe mich gut eingelebt.
Nun aber zu den Ausflügen:
Heute morgen um 8.30 Uhr haben wir uns mir der U-Bahn auf den Weg in die Innenstadt gemacht. Alleine diese Aktion war schon ein Abenteuer, da die Bahnen sehr voll und hektisch sind. Die Chinesen schreien schnell los und rempeln einen an. Bis jetzt haben wir uns aber immer gut durchgeboxt :-)
Angekommen am Mao-Mausoleum, erwartete uns die nächste Aufgabe: Zutritt bekommt nur derjenige, der seine Tasche abgegeben hat, eine Stunden Schlange gestanden hat, ohne die gelbe Linie, die den Wartebereich markiert, übertreten zu haben, sich ausweisen kann, kein Wasser dabei hat, nichts gefährliches bei sich trägt und leise ist. Ich übertreibe nicht - schaute nur ein Zeh über die gelbe Markierung der Warteschlange wurde man von mehreren wichtigen Sicherheitsleuten mit Megafon neben seinem Ohr darauf aufmerksam gemacht, sofort in die Reihe zurückzutreten. Nicht einmal einen Fotoapparat durfte man mit sich führen, so dass es keine Fotos von diesem Ereignis gibt. Die Belohnung dieser Hürden war folgende: 15 Sekunden mit der (angeblich echten) Mumie von Mao in einem Raum. Leise durfte man an dem bewachten, toten Mao vorbeigehen und ihn anschauen - und schwups! war man wieder draußen. Ich glaube, dass die Mao-Mumie in Wahrheit eine Wachsfigur war, die Chinesen aber beteuern seine Echtheit. Nun gut, alles zusammen war es ein lohnenswertes Erlebnis, vor allem des Verhaltens der Chinesen wegens: Hektisch, schreiend, herrisch. Wir haben aber auch freundliche Chinesen in der Reihe getroffen, die uns sehr interessant fanden mit unser hellen Haut und unser eigenartigen Sprache - langweilig wurde es nicht :-)
Danach ging es zum nahe liegenden Statdplanungsmuseum. Beijing zeigt hier seine Vision und wie sich die Stadt in den letzten Jahren entwickelt hat. Es ist keine wirklich Botschaft herübergekommen, aber ein toller Eindruck über die große der Stadt ist hängen geblieben, da ein großes Stadtmodell vorhanden war.
Nach der Mittagspause in einem leckeren chinesischen Restaurant (wir gehen hier fast ausschließlich essen, da es vielfältiger und billiger als kochen ist), ging die Tour weiter zum Art District. Das ist ein Viertel voll von alten Fabrikhallen, die nach und nach renoviert werden und von Beijings Künstlern zu Galerien umgewandelt werden. Ein toller Platz! Überall sind die verschiedensten Bilder in den abgefahrensten Gebäuden zu entdecken, die verrückteste Kunst ist dort zu sehen.







Morgen früh geht es in die Drachenschlucht. Ein Bericht darüber folgt sobald wie möglich.
Liebe Grüße, eure Anna

Sonntag, 1. August 2010

Das erste Wochenende

Als erstes findet ihr hier erstmal ein Bild von meinem Apartmentkomplex, in dem ich wohne. Er ist bewacht und ziemlich groß. Ich wohne im siebten von 29 Stockwerken.



Nachdem ich die erste Nacht in meinem 1,80m breiten Bett ganz gut verbracht habe, ging es heute in den Zoo von Beijing. Der Grund: Panda Bären!
Es gibt dort zwei große Häuser und ein Freigelände, auf dem Pandabären zu sehen sind. Die meisten schlafen, nur einer bewegte sich - zum Bambus, um zu fressen... Trotzdem toll, diese zu sehen!
Die Chinesen stürmen zu den Panda Bären und reißen sich um die Plätze direkt vor der Scheibe. Eins habe ich heute sofort gelernt: Anstehen und Rücksicht ist nicht so gefragt. Willst du etwas haben oder sehen, drängel dich durch die Menge bis nach vorne - nur so kommst du ans Ziel!



Der Rest vom Zoo stimmte mich ziemlich traurig. Trotz Vorwarnung bin ich geschockt, wie die Tiere dort gehalten, präsentiert und von den Besuchern behandelt werden. Bären und Elefanten sind auf Betonebenen untergebracht. Kein Wasser, keine Pflanzen. Tiger und Löwe haben zwar etwas Pflanzen, werden dafür aber von den Chinesen mit Wasserflaschen beworfen, damit sie sich bewegen. Vor Erschöpfung bzw. Langeweile rühren diese sich nicht. Die seltenen weißen Tiger gab es auch, allerdings in kleinen Käfigen eingesperrt. Affen haben kein richtiges Gehege, sondern nur ein paar Baumstämme und wenig Platz. Tiere, die im Dunkeln leben sind in dunklen Gängen untergebracht, um dort von den Besuchern mit Blitz fotografiert zu werden... und so geht es weiter und weiter.
Neben den Panda Bären hatten wir trotzdem noch ein weiteres tolles Erlebnis: Giraffen füttern! Für 5 RMB (1 € ~ 9 RMB) hat man ein Viertel von einem Apfel bekommen und durfte die Giraffen mit der Hand füttern. Eine raue Zunge haben sie und zutraulich sind sie auch. Sehr stolze Tiere, die ich noch nie so nah gesehen habe. Echt wunderbar!!!





Heute abend geht es zum Mexikaner essen und morgen das erste Mal zur Arbeit. Mal sehen!

Ich grüße euch alle herzlich!
Bis bald, eure Anna